Sonntag, 13. Juni 2010

Von knallenden Schaltungen und sich senkenden Bahnschranken

Sieger 7. Barnim-Cup Senioren

    Das Siegertrio der Senioren: Gerhard Wegner, René Ristau,
                                     Frank Schwabe (v.l.)

Ängstlich schauten wir dem Wetterbericht entgegen und hofften zumindest auf ein wenig Abkühlung fürs Wochenende, denn die gefühlten 40°C der letzten Arbeitstage waren dann doch zuviel, um dem 7. Barnim-Cup freudig entgegenzusehen. Der Wunsch nach etwas kühlerem Rennwetter wurde erhört, vielleicht sogar etwas zu sehr, denn das Thermometer viel um fast 15°C und ließ - zumindest beim Warmfahren - leicht "frösteln". Doch die Streckenführung des Tages heizte gleich nach dem Start ordentlich ein, denn die ersten Wellen lagen nur gut 1,5 km entfernt. Auf die Berg- und Talfahrt von Eberswalde nach Liepe über Struwenberg, Hohenfinow weiter nach Falkenberg über das Cöthener Gebirge nach Dannenberg und zurück machten sich 29 unerschrockene Radsportfreunde. Während die wenige Minuten später startenden Männer erst einmal auf Zusammenarbeit setzten, befand sich im Seniorenfeld mit Gerhard Wegner (RV Iduna Berlin) gleich der erste Angreifer des Tages. Noch nicht einmal 2 km standen auf dem Tacho, da brachte der Berliner die Konkurrenz am Oderberg ordentlich zum schwitzen. Noch aber waren alle frisch und konnten diese und die folgenden Attacken parieren. Erst am Struwenberg leuchteten die Lampen wieder auf rot, denn diese giftige Rampe fordert traditionell die ersten Opfer. Doch wie das mit der Gewohnheit so ist, manchmal wird sie unangemeldet durchbrochen. Und so war es wohl seit Jahren das erste Mal, dass an der Kreuzung in Hohenfinow noch immer keine Verluste zu verzeichnen waren. Sowohl das Senioren- als auch das Männerfeld nahm geschlossen die Abfahrt des Falkenberges und die folgende Anfahrt zum Cöthener Berg unter die Räder. Doch dann war Schluss mit lustig. Der Anstieg nach Cöthen deckte den Trainingszustand gnadenlos auf. Die Oberschenkel brannten. Der Atem wurde schwerer. Die Schaltungen knallten auf der Suche nach dem passenden, alles rettenden Gang. Die letzte steile Rampe zur Hauptstraße hinauf bot die Chance zur erfolgreichen Attacke; die Verlängerung auf der Windkante in Richtung Dannenberg die Möglichkeit der Verteidigung des Vorsprungs. Nun war es geschehen, die Felder waren zersprengt und in kleinen Gruppen wurde um Anschluss, Sieg und Platzierung gekämpft. Die Wende bei Torgelow erreicht, ging es zurück nach Hohenfinow, wo es auf der Zusatzrunde über Falkenberg noch einmal galt, Kräfte freizusetzen, um dann den Endspurt in Richtung Eberswalde einzuleiten.

Sieger Männer 7. Barnim-Cup

  Männerpodest: Julian Respondek, Bergziege - Fabian Pohl - und 
                                          Florian Fahr (v.l.)

Während "Bergziege" Fabian Pohl (RC Gera) mal wieder alleine der Konkurrenz davon fuhr und dem Sieg entgegenkurbelte, kämpften dahinter die beiden Männerfahrer Julian Respondek (Team Helle Mitte Berlin) und Florian Fahr (Radteam Cöpenick) lange um den Anschluss, am Ende jedoch wieder "nur" um die Plätze. Die schnelleren Beine im Schlussanstieg hatte letztlich der wesentlich leichter gebaute Julian Respondek. Bei den Senioren schien es fast so, als sollte eine geschlossene Schranke in Struwenberg die harte Arbeit der Ausreißer zunichte machen, denn durch die Zwangspause waren nicht nur die Beine dick, sondern die schon abgehängten Konkurrenten fast wieder am Hinterrad. Am Ende sollte aber auch diese Episode des Tages gut ausgehen und so verteidigte die Spitze die Führung zu den Verfolgern, wenn auch der Zeitabstand nun verschwindend gering war und es keine Luft für Plänkeleien mehr gab. Den Bergsprint gewann René Ristau (RC Kleinmachnow) vor Gerhard Wegner (RV Iduna Berlin) und Frank Schwabe (Radteam Borgsdorf). Bester Eberswalder war an diesem Tag Senior Ingolf Fix, wobei auch die anderen Schwarz/Orangen eine gute Leistung ablieferten und zeigten, dass Radsport unsere gemeinsame Leidenschaft ist.

Ein schneller Ritt über die Barnimer Hügel ging wieder einmal ohne Zwischenfälle zu Ende. Dafür geht unser Dank auch noch einmal an die Helfer, die dieses mal nicht nur aus unseren Reihen kamen, sondern mit den Eltern von Fabian Pohl und Alexander und Klaus Tiedtke, vereinsübergreifende "Amtshilfe" boten.

Kommentare:

(1) von: Maximilian Rathke am: Mittwoch, 25.08.2010 (Löschen)

Michaela, das hast Du gut gemacht. Mit knappen aber radsport-typischen Wendungen das Wesentliche herausgestellt. Mach weiter so und "knalle" die Artikel rein ins Netz.

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