Samstag, 17. Juli 2010

Vom Wettergott, falschen Vorhersagen und unüblichen Entscheidungen

Erst meckerten wir ob des kalten Wetters und des nicht kommen wollenden Sommers, dann endlich kam der Sommer und das mit voller Macht. Nun meckerten wir ob der großen Hitze und der endlosen Trockenheit und heute nun meckerten wir ob des unaufhörlich scheinenden Regens. Recht machen kann es der Wettergott uns Menschen wohl nie. Und so hat wohl auch die von den Fahrern mehrheitlich getroffene Entscheidung, das Straßenrennen der Zweietappenfahrt auf einen anderen Termin zu verschieben, nicht nur Freunde gefunden. Wir bitten trotzdem darum, uns diesen Entschluss nicht nachzutragen, auch wenn im Nachhinein festzuhalten ist, dass ein wenig mehr Geduld und etwas weniger Glaube an die Wettervorhersagen, die Dauerregen für unsere Region angekündigt hatten, uns einen trockenen und warmen Sommernachmittag beschert hätten. Doch wie es nun einmal so ist, Hellerseher sind wir alle nicht.

Dem Wetter geschuldet, welches uns am Morgen mit Dauerregen und Gewitter empfing, standen auch nur hartgesottene Sportler am Start der Zweietappenfahrt. Insgesamt 16 Fahrer wagten sich bei widrigen Bedingungen, den Kampf gegen die Uhr aufzunehmen. 23 Kilometer waren auf der leicht profilierten Strecke von Britz nach Joachimsthal und zurück zu bezwingen. Pudelnass stürzten sich die Mannen und Lydia ins Rennen und alle waren sich einig, Wetter für Bestzeiten war das bestimmt nicht. Doch erstens kommt es anderes und zweitens als man denkt: Die Bestzeit fiel - 31 Minuten und 37 Sekunden, das ist die magische Zeit, die es ab nun zu schlagen gilt. Mit dieser Zeit gewann Fabian Pohl (RC Gera) die Tageswertung der Männer vor Sascha Schneider (Radteam Borgsdorf) und Jörn Hoffmann (BRC Semper 1925). Während Fabian den Sieg mit mehr als eine Minute Vorsprung zweifelsfrei in der Tasche hatte, lag zwischen dem Zweit- und Drittplatzierten gerade mal eine knappe Sekunde (33:54 zu 33:55). Bei den Senioren holte sich mit einer Zeit von 32:41 Jens Spitzbart vom SSV Gera 1990 den Tagesabschnittssieg. Auf dem zweiten Rang sortierte sich mit einer Zeit von 33:06 René Ristau (RC Kleinmachnow) vor dem Drittplatzierten Reinhard Scheer (FRC 90) ein, der damit wieder einmal zeigte, das  Alter nicht vor Leistung schützt. Bester Motor-Starter wurde Rainer Falke, der mit einer Zeit von 35:13 den vierten Rang belegte. Lydia Wegemund bewies einmal mehr, dass sie ordentlich zulangen kann und fuhr mit 35:29 eine ansprechende Zeit.

Bis auf die Haut durchgenässt standen Sie nun alle da und schauten gen Himmel. Doch dieser gab noch lange keine Entwarnung. Kurzzeitig in den Autos verschwunden, um sich zumindest trockene Sachen auf feuchte Haut überzustreifen, kamen viele auch schon bald neugierig zum Wertungswagen, um die Platzierungen zu erspähen. Also hieß es auch für den WA wieder raus ins Nass und die kleine "Siegerehrung" vornehmen. Und dann war er da, der folgenschwere Vorschlag - Rennverschiebung. Schnell war sich zumindest die Mehrheit einig, dass es nicht viel Sinn machen würde, dem Regen weiter zuzusehen. Nachdem der selbstgebackene Apfelkuchen und die Kirschtorte verzerrt waren, verstreuten sich die Renner in alle Himmelsrichtungen - der Heimweg war angetreten. Nur 30 Minuten später ließ der Regen nach, eine Stunde später war die Straße trocken und vom vormittäglichen gewittrigem Dauerregen nichts mehr zu erahnen...

Nichtsdestotrotz müssen wir nun alle mit der getroffenen Entscheidung Leben. Es war die erste "Rennabsage" in 20 Jahren Barnim-Cup-Geschichte und es wird hoffentlich vorerst die letzte gewesen sein. Wie heute bereits angekündigt, werden wir das zweite Wertungsrennen der Zweietappenfahrt am Sonnabend, den 31. Juli um 10.00 Uhr nachholen. Starten und um den Tagessieg kämpfen dürfen alle, die harte Trainingskilometer brauchen, in die Punktewertung kommen an jenem Tag nur jene, die auch das heutige Zeitfahren bestritten haben.

Ergebnissliste vom Zeitfahren

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