Rotary Radweltmeisterschaft in Aubonne - auch Motor Eberswalde war vertreten
|
|
|
Uwe Rosenkranz bei seinem Einsatz bei der Rotary-WM 2011 |
by Uwe Rosenkranz
Am Samstag, 03. September 2011 haben in Aubonne/CH zwischen Genf und Lausanne die 27. Rotary Radweltmeisterschaften der Rotary Fellowship Cycling to Serve stattgefunden. Cycling to Serve ist eine Vereinigung von Mitgliedern des Rotary Clubs International und hat über 600 Mitglieder in aller Welt. Der Rotary Club Aubonne freute sich, in seiner Stadt fast 200 internationale Gäste aus 10 Ländern willkommen zu heißen. Eine kleine Stadt von 2800 Einwohnern zwischen Jura und Genfer See, in den Weinbergen gelegen, hatte sich ein Jahr lang auf dieses Ereignis vorbereitet und gefreut.
Wie immer, wenn Rotarier sich treffen, diente auch dieses Ereignis einem guten Zweck. Finanziert durch die Teilnehmergebühren, die jeder Teilnehmer selbst zahlt, und durch zahlreiche Sponsoren aus dem Schweizer Umfeld wurden durch diese Veranstaltung des Rotary Clubs Aubonne der Schweizer Verband der Blinden-und Sehbehinderten und der Verein Karuna-Shechen von Matthieu Ricard, der sich insbesondere um die Bildung von Kindern der Himalaya-Bevölkerung sorgt, unterstützt.
Ich nahm zum wiederholten Mal an dieser Rotary Rad-WM teil. 3-mal konnte ich bereits in meiner Altersklasse gewinnen, 2-mal belegte ich den 3. Platz und einmal stürzte ich. Im vergangenen Jahr gab es in der Zielanfahrt einen sehr schweren Sturz, von dem ich zum Glück jedoch nicht unmittelbar betroffen war, der mich aber leider zum Ausweichen auf die Wiese zwang. Natürlich sind dieses Meisterschaften keine Weltmeisterschaften der Senioren, sondern wesentlich kleiner. Aber wer dort gewinne will, muss sich auch gewissenhaft und systematisch das ganze Jahr über vorbereiten. Regelmäßige Training über den Winter, Trainingslager auf Mallorca, Wettkämpfe über das Jahr, auch RTF´s, und last but not least, unser Barnim Cup, sind ganz wichtige Elemente der Vorbereitung.
Also, los ging´s am Donnerstag, den 1.9.2011, über 1200 km quer durch Deutschland und dann zum Genfer See, westlich von Lausanne, ca. 20 km entfernt, liegt Aubonne, umgeben von Weinbergen. Diese sind zwar keine Alpenpässe, dafür aber kurz und knackig. Am Freitag galt es, die Beine zu lockern und 60 bis 70 km zu radeln, den Kurs zu inspizieren und die Beine an den knackigen Anstieg, ca. 1000 m lang und auf den letzten 500 Metern über 11% steil, zu gewöhnen. Hügel haben wir ja auch, aber doch nicht ganz so schwierig zu fahren wie dieser. Etwa 8km lang war eine Runde und diese musste dann am Sonnabend 7-mal gefahren werden, davon 6-mal den kleinen Anstieg. Einige Starter kannte ich zwar aus früheren Jahren, aber es wachsen die jungen Burschen, die dann älter sind als 55 Jahre, neu in meine Altersklasse hinein und es tauchen auch in jedem Jahr neue Fahrer auf, die man nicht kennt, also auch nicht weiß, ob sie ernst zu nehmen sind. Deshalb muss man sie ernst nehmen.
|
|
|
Uwe Rosenkranz schaffte den Sprung auf das Treppchen bei den Rotary Radweltmeisterschaften 2011 - Herzlichen Glückwunsch |
Am Sonnabend, dem 3.09.2011, dann strahlender Sonnenschein und etwa 25° C im Schatten. In der Sonne und im Anstieg, der genau nach Süden ausgerichtet war und schön windgeschützt zwischen den Weinreben entlang führte, waren es dann gefühlte 40° C. Das Starterfeld mit etwa 50 Startern fuhr in der ersten Runde relativ ruhig, es gab zwar kleinere Tests aber bis zum Anstieg passierte nichts. Ich fuhr im ersten Drittel des Feldes in den Anstieg und beschleunigte im steilsten Abschnitt, fuhr als erster die Abfahrt hinunter und merkte nach der ersten Zieldurchfahrt, dass es gereicht hatte, um das Feld zu zerreißen. Vorne waren wir zu zweit, ein Belgier, den ich von früheren Weltmeisterschaften kannte und ich. Uns folgte im Anstand von etwa 300 Metern eine Fünfergruppe. Da mein Gefährte sich im flachen Teil der Runde, in dem der Wind einfiel, als nicht sehr schnell erwies und offensichtlich auch nicht gewillt war, bereits voll zu fahren, nahm ich etwas Druck aus den Pedalen und so konnten unsere Verfolger uns einholen. Nun folgten 3 Runden in denen diese Gruppe die nach und nach auf 5 Fahrer schmolz relativ gleichmäßig fuhr, wenn auch sehr uneinig und mit heftigen Diskussionen von einem schweizerischen und einem französischem Fahrer, die meinten, der Rest der Gruppe würde „schlauchen". Das nervte und gab den Ausschlag dafür, dass ich der drittletzten Runde im Anstieg dann einen direkten Angriff mit aller Konsequenz startete, dem nur ein Schweizer folgen konnte, der mir bereits vorher als starker Fahrer aufgefallen war. Die folgende Runde legte er ein Tempo vor, bei dem ich mich bis zum nächsten Anstieg nicht richtig erholen konnte und er dann im vorletzten Anstieg, in dem ich mich so richtig auskot.... musste und absolut am Limit war, mir davon fuhr. Er war der Bessere, wie ich mir notgedrungen eingestand. 35 Sekunden vor mir war er im Ziel. Ich wurde mit 1 Minute 25 Sekunden Vorsprung vor dem Drittplatzierten Zweiter. Immerhin, die Silbermedaille, diese hatte mir in meiner Sammlung noch gefehlt. Natürlich hätte ich auch gerne gewonnen. Wer gewinnt nicht gerne, aber so war ich auch zufrieden.
Neben der Silbermedaille gab es 305,00 € Prämie, die allerdings meinem Rotary Club Bernau zustand und die ich gerne weitergab. Dieses Geld kommt einem Projekt unsers Rotary Clubs zu Gute, das sich LLLL nennt, Lesen lernen heißt Leben lernen. Schulklassen der Stufen 1 bis 4 werden Klassensätze mit Büchern übergeben, die die Schüler behalten können und durch die Lehrer gezielt zur Verbesserung der Leseleistung aller Schüler genutzt werden. Dieses Geld reicht für fast 5 Klassensätze.
Natürlich war auch Motor Eberswalde am Start. Neben dem Trikot der deutschen Teilnehmer fuhr ich mit der Radhose unseres Vereins. An den Seiten ist deutlich zu lesen: Motor Eberswalde. Immer noch ein klassischer Vereinsname aus dem Osten, über den so mancher aus dem Westen staunt.
Dein Kommentar:
* Bitte unbedingt ausfüllen - danke!