Samstag, 20. September 2008

Wochenende mit Wettkämpfen verschiedenster Art

Torsten vor dem Start

  Torsten noch voller Optimismus vor dem Start mit Michaela und
 dem "geborgten" Kleinpirat Jonny - man beachte die aufeinander
                      abgestimmte Kleiderwahl ;-)           (Foto: A. Klauke)

Viel Schweiß, Spaß und Erfolg stand am ersten Septemberwochen-ende für die Eberswalder Radsportler auf dem Programm. Bereits am Sonnabend stand Andreas Haertel beim Seniorenrennen in Höhnstedt am Start, doch die Beine und der Kopf wollten nicht so recht, so dass er irgendwann im Rennen die Segel strich und vor dem eigentlichen Ende bereits wieder in Zivilkleidung am Strecken-rand stand. Besser erging es unseren Teilnehmern beim "Swim & Bike" am heimischen Werbellinsee in Altenhof. Mit Dirk Schröder und Andreas Ihde suchten sich zwei unserer Radsportler einen Schwimmpartner, um am langen Staffelwettbewerb über 2 km Schwimmen und 55 km Radfahren teilzunehmen. Das sie dabei ein gutes Händchen bewiesen, zeigte sich bei der Endplatzierung. So konnte Dirk mit seinem bereits siegerprobten Partner Sven Marschalek (Werbellinseetriathlon) den Sieg in der Männerstaffel einfahren. Neben ihnen auf dem Treppchen stand Andreas, unser zweiter Starter über die Langdistanz. Sein Partner, der erst 14-jährige Clemenz Degenhardt, hätte sich zwar in fast allen Schwimmern zwei mal verstecken können, zeigte aber, dass Größe nicht alles ist und kam als 5. von insgesamt 75 Schwimmern aus dem Wasser und ebnete damit den Weg für die gute Platzierung. Das interne Eberswalder Duell auf dem Rad entschied am Ende Dirk für sich.

Siegerehrung Swim & Bike

 Platz 1 und 2 in den Männerstaffeln für
       Dirk und Andreas mit Partnern

Sein Partner war nur 3 Sekunden früher als Gesamtvierter aus dem Wasser gekommen, am Ende trennten Dirk und Andreas jedoch 1:42 Minuten. In der Endab-rechnung standen Gesamtplatz 2. und 3. für die Eberswalder Radsportler zu buche, denn ein Mix-Pärchen mit einem super Crossjuniorenfahrer setze sich vor allen anderen durch.

Alleine ins große Abenteuer hingegen stürzte sich Torsten Strenge oder sollten wir besser sagen "...in die hohen Wellen und das kalte Nass". Auf Grund eines tief verwurzelten Überlebensdranges entschied er sich dabei jedoch für die Kurzdistanz (1 km Schwimmen und 27,5 km Radfahren) und selbst dieser eine Kilometer im Neoprenanzug ließ die zur Unterstützung angereisten Vereinskameraden die Luft anhalten, denn wenn Torsten etwas nicht wirklich kann, dann ist es wohl Schwimmen. Und zu allem Überfluss musste er sich das "kleine" Wasserbassin noch mit 50 anderen Verrückten teilen, die alle den gleichen Weg nahmen und dabei nicht nur neben- und hintereinander schwammen, sondern auch noch übereinander. 23 bange Minuten warteten Cindy, Michaela und Max auf "Wasserratte" Torsten. Dann endlich stieg er als 30. aus dem Wasser und alle Körperteile schienen noch zu funktionieren. Raus aus der zweiten Haut und rein in die doch viel mehr geliebten Radsportschuhe und rauf auf die Strecke. Knapp 51 Minuten später stürmte der doch etwas entkräftet wirkende Torsten die Ziellinie und musste ein weiteres mal konstatieren, dass der Wechsel vom Wasser aufs Rad verdammt schwer fällt. Am Ende sprang in der Einzelstarterwertung ein guter 9. Platz heraus und in der Alterklasse M40 der 5. Rang. Und weil Torsten so gekämpft hat, hier noch mal ein schönes Foto von ihm alleine.

Torsten im Wechselgarten

Noch liegen die 27,5 km Radstrecke vor Torsten (Foto: A. Klauke)

Am Sonntag ging die Quälerei weiter und das im wahrsten Sinne des Wortes. "Rund um Berlin" stand auf dem Programm. Während Andreas Haertel wohl noch seine Wunden vom Vortag in Höhnstedt leckte und nicht wie geplant an den Start des KT,A,B,C-Rennens ging, stellte sich Männerfahrer Erik Süß der Herausforderung über 177 km. Zwei Flaschen am Rad und eine in der Trikottasche, dazu eins, zwei Riegel und ein Gel begleiteten ihn auf der Strecke. Schnell bildete sich im hochkarätig besetzen Feld eine Führungs-gruppe während sich dahinter das große Feld darin versuchte, durchzukommen. Das Vorhaben gelang auch vielen Startern bis etwa 32 km vor dem Ziel nicht schlecht, doch dann streckten viele die Flügel und gaben auf. Denn nun ging es auf eine zwei mal zu befahrene Zielrunde a 16 km, wo die Bezeichnung "Straßen"rennen eine neue Bedeutung erlangte. Eher war es ein Acker mit fiesen Kopfsteinpflasterpassagen, Feldwegen, Riesenlöcher mit Asphalt drumrum... Auch Erik wurde Opfer dieser Verhältnisse. Seine Kette sprang ab und nachdem er sie wieder raufgeschaltet bekommen hatte, war das Feld oder besser, was von diesem übrig blieb, uneinholbar davongeeilt. Also entschied er sich, auch in Anbetracht dessen, dass er sein Material auch noch in der nächsten Saison fahren will und muss, dafür, das Rennen zu beenden. Trotzdem von uns "Chapeau" Erik.

Noch schlimmer traf es die Jedermänner bei "Rund um Berlin", denn sie durften den 16-km-Rundkurs erst gar nicht verlassen. 6 knüppelharte Runden standen auf dem Programm, d.h. eine Gesamtdistanz von fast 100 km auf mittelalterlichen Feld- und Straßenwegen standen auf der Menükarte. Für 12 € doch ein Spaß den man sich mal gönnen kann, dachten sich unsere Mannen Karl Haak und Peter Fischer. Kapitän Maximilian Rathke hatte wohlwissendlich einen Tag vorher das sinkende Schiff bereits verlassen und entschied sich gegen den geplanten Start. Knapp 300 Starter machten sich auf die Abenteuerfahrt und es sollte nicht lange dauern, bis die ersten Plattfüsse, Gabelbrüche und auch Körperschäden zu verzeichnen waren. Leider erwischte es auch Peter, der unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Pflaster machte und sich dabei eine tiefe Fleischwunde am Ellenbogen zuzog. Somit war das Rennen schnell für ihn beendet. Besser erging es Karl, der sich in der ersten größeren Gruppe, die vielleicht noch 40 Fahrer umfasste, aufhielt. Zwar nahm er auch das eine oder andere Schlagloch mit, aber sein Rad leistete ihm bis zum Ende gute Dienste und hielt mit ihm zusammen durch. Etwa Gesamtplatz 30 sprang heraus, genauer geht es leider nicht, denn schaffte der Veranstalter, der vorher mit großen Versprechen tönte nicht, den Einlauf zu registrieren. Karl, auch für dich "Hut ab" und Glückwunsch zum "Überleben".

Zur gleichen Zeit machten zwei unserer Ältesten Hamburg unsicher, denn schon zur Tradition geworden ist für Egon Hagemann (73) und Horst Baaz (67) der Start bei den Vattenfall Cyclassics. Während Egon die Kurzstrecke (55 km) unter seine Räder nahm absolvierte Horst mit 155 km die längste der drei angebotenen Strecken. Für beide stellt das Rennen ein Highlight dar, was auch unabhängig von der Platzierung ein Erlebnis ist. Trotzdessen wird natürlich auch um die Plätze gekämpft und Egon zeigte einmal mehr, dass er in seiner Altersklasse bei den Jeder-männern zu den schnellsten gehört. So belegte er unter den männlichen Teilnehmern über 70 Jahren den ersten Platz. Auch die Gesamtwertung lässt sich sehen, so wurde er 695. von 4.946 Finishern. Seine aktive Rennvergangenheit lässt sich also auch im hohen Alter nicht verleugnen. Horst startete in der Altersklasse über 60 und belegte dort den 37. Platz, insgesamt wurde er in der Langdistanz 1.923. von 2.772 Sportlern, welche die Ziellinie erreichten. An beide geht unser Glückwunsch.

Ebenfalls am Sonntag, weil es am Sonnabend beim Swim & Bike soviel Spaß gemacht hat, standen Michaela und Max erneut am Streckenrand einer Großveranstaltung im Barnim und feuerten Vereinsmitglied Christan Lenz beim Eberswalder Stadtlauf an. Richtig, Christian tauschte für gut 7 km sein Rennrad gegen Lauf-schuhe und absolvierte im Rahmen des Mannschaftsschullaufes die anspruchsvolle Strecke durch Eberswalde. Mit ihm schien die ganze Stadt auf den Beinen zu sein, denn über 1.200 Läufer legten für einige Stunden den Verkehr in der City lahm. Am Ende konnte Christan mit seinen Schulkameraden den Sieg in dieser Sonder-wertung einfahren oder besser erlaufen und der süße Lohn dafür, war eine Woche Muskelkater... 

So endete für die Eberswalder Radsportler, teilweise auf fremden Terrain unterwegs, ein verrücktes, schmerzhaftes aber auch erfolgreiches Sportwochenende.  

Dein Kommentar:

* Bitte unbedingt ausfüllen - danke!