Sonntag, 15. März 2009

Eberswalder Radsportherz feiert 70. Geburtstag und ein Vierteljahrhundert Abteilungsvorsitz

Maximilian Rathke beim Sommertraining

               Freundlich wie immer lächelt Maximilian beim 
               Sommertraining 2008 in Eriks Handykamera

Radsport in Eberswalde ist seit nunmehr einem Vierteljahrhundert eng mit dem Namen Maximilian Rathke verbunden und heute, Montag den 16. März, feiert der Chef der Radsportabteilung seinen 70. Geburtstag.

Mit 14 Jahren fing alles an - das erste Rad, zusammengebaut vom Vater. Dicke Reifen, gerader Lenker, Lampe und eine große Klingel schmückten das Prachtstück, mit dem Maximilian Anfang der 50er Jahre seine ersten Kilometer in Potsdam sammelte. Ein Schulfreund brachte ihm wenig später zum richtigen Radrennsport, wobei für gutes Material kaum Geld in der Familie übrig war. So kämpfte sich der geborene Westfale in den ersten Rennen, die bevorzugt querfeldein führten, mit seinem schweren, kaum renntauglichen Stahlesel durch. Die ersten Ergebnisse folgten auf dem Fuße und so gab es vom Trainer bald ein "echtes" Rennrad. Die Trikottaschen - noch vorne auf der Brust - wurden mit von der Mutter gebackenen Eierkuchen gefüllt und die Trinkflasche am Lenker befestigt. "Trinken galt damals noch als Zeichen von Schwäche". lächelt Maximilian heute, "mehr als zwei, drei Schlucke gab es während des Trainings nicht. Dafür gab es aber ab und an eine Bockwurst vom Trainer für den Sprintbesten, der damals wie heute auch am Ortseingangsschild ermittelt wurde."

Sein Hauptaugenmerk lag auf der Bahn, welche damals noch jedes Wochenende gut gefüllt waren. Für einige Zeit gehörte er sogar dem DDR-Auswahlkader an und trainierte beim SC Dynamo Berlin. Sein größter Erfolg während dieser Zeit war der zweite Platz bei den DDR-Meisterschaften im Vierermannschaftsfahren. Am Ende wurde aus dem Traum von der großen Profikarriere nichts, zu sehr drängte sein Vater ihm, etwas anständiges zu lernen. "Nachdem in der 11. Oberschulklasse der erste blaue Brief nach Hause kam, wurde es enger mit dem Training. Manchmal habe ich mich sogar trotz Verbotes heimlich von zu Hause weggeschlichen, um mit meinem Zweiermannschaftspartner Eribert Bröseke, der schon hufescharrend vor meiner Tür stand, an den Bahnrennen teilzunehmen", erinnert sich Maximilian. Dem Vaterwunsch wurde am Ende entsprochen und das Studium an der TU Bergakademie Freiburg aufgenommen. Es dauerte nicht lange bis Maximilian feststellen musste, dass zwischen Formeln, Nomogrammen und chemischen Gleichungen nicht genug Platz für seinen geliebten Radsport ist. Zu zeitintensiv ist diese Sportart und so hängte er mit 21 Jahren sein Rad vorerst an den berühmten Nagel. Während der Studienzeit hielt er sich konditionsmäßig mit Boxen über Wasser. Der Lohn für den schmerzlichen Verlust der Leidenschaft "Radsport" war einige Jahre später der Titel "Diplomingenieur für Metallformung".

Maximilia Rathke - Vizeweltmeister 2004

Maximilian (Mitte) beim erspurten des Vizeweltmeistertitels 2004

Nachdem die üblichen Lebensschritte Familie, Karriere, Hausbau in die richtigen Bahnen gelenkt waren, keimte die alte Leidenschaft für den Radsport wieder auf. Das Rennrad wurde 1984 vom verrosteten Nagel genommen und Maximilian, der bereits seit fast zwanzig Jahren in Eberswalde beheimatet war, trat der Radsportabteilung von Motor Eberswalde bei. Ein Jahr später übernahm er bereits die Abteilungsführung und hat sie bis heute inne. Die Erfolge, nun auf der Straße, ließen nicht lange auf sich warten. So gewann er ein Jahr später gleich die Bezirksrangliste der Seniorenklasse I. Landesmeistertitel und Siege bei Klassikern folgten in den Jahren darauf. Sein größter Erfolg war jedoch der Vizeweltmeistertitel bei den Senioren im Jahr 2004.

Nun ist es um - ein Vierteljahrhundert Leidenschaft für den Radrennsport in und um Eberswalde. Maximilian hält den losen "Haufen" zusammen, hat immer ein offenes Ohr für Probleme, organisiert seit mehr als 20 Jahren den aus der DDR-weiten Zweietappenfahr für Senioren hervorgegangenen Barnim-Cup, treibt Gelder für den Radsport ein, spielt Sammeltaxi zu den Lizenzrennen und Mechaniker für die Linkshänder unter uns, ist bei jedem Wetter eine Bank beim offiziell angesetzten Training, lobt die Leistung anderer und gehöhrt nun auch endlich einmal gelobt. Wir, die Mitglieder der Abteilung Radrennsport bedanken uns bei dir Maximilian für 25 Jahre herzlichste Führung und wünschen dir alles Liebe und vor allem Gesundheit für die nächsten 25 Jahre.

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