Samstag, 21. März 2009

"Vom Versuch mit ohne Schalthebel zu fahren" oder auch "Das erste Cup-Rennen liegt hinter uns"

Zieleinlauf 1. Barnim-Cup 2009

  Die erste Gruppe sprintet um den Tagessieg - Bei den Männern 
siegt Bernd Poethke (l.), bei den Senioren Carsten Lindström (r.)

Eine bitterkalte Nacht verabschiedete die rennfreie Saison in unseren Gefilden. Auch früh um 10.00 Uhr zum Start des ersten Barnim-Cup-Rennens wollte das Thermometer nicht so wirklich steigen, trotzdem standen für den frühen Zeitpunkt der gerade beginnenden Saison mit 34 Startern ungewöhnlich viele Sportler an der Linie. Die Männer waren mit 18 Startern die am stärksten vertretene Gruppe, dazu kamen 14 Senioren und zwei Frauen. Auf dem Plan standen zwei Runden über den Altenhofer Berg mit Start und Ziel im Gewerbegebiet bei Lichterfelde. Insgesamt waren also knapp 70 Kilometer herunterzureizen. Als erstes gingen die älteren und weiblichen Sportler auf die Runde. 3 Minuten später machten sich die Männer auf die Verfolgung. Während es bei den Senioren keine Schonfrist gab und von Beginn an Tempo gebolzt wurde, war ich damit beschäftigt, den richtigen Gang für die ersten Kilometer zu finden, denn ich war "mit ohne" Schalthebel unterwegs. D.h. der rechte STI war zwar physisch vorhanden, wollte aber einfach nicht mehr schalten. Nur mit zwei Händen am Hebel, einen zum Festhalten des oberen Hebels und einen zum Schalten des unteren, war ab und an ein Schaltvorgang möglich. So entschloss ich mich, erst einmal Training mit einem "starren Gang" zu simulieren und legte die Kette auf 53/15. Die kleinen Hügel auf dem Weg zum Altenhofer Berg machten mir ohne meinen gewohnten "Ritzelhopping" schon echte Probleme und so folgte bald, was folgen musste: Ich flog, im wahrsten Sinne des Wortes, auf der Windkante vor Altenhof aus dem Feld heraus. Die Attacken vorne forderten aber noch mehrere Opfer und so waren wir bald sechs Leute und hofften gemeinsam auf das nahende Männerfeld von hinten. Nach weiteren acht Kilometern kamen dann auch die ersten Männer von hinten - jedoch waren es nur drei und kein Schwarz-Oranger-Renner mit dabei. Für mich, heute ohne schnelle und gefahrlose Schaltmöglichkeit unterwegs, war es ein D-Zug der an uns vorbei flog und leider war er zu kurz, um nach dem umständlichen Schaltvorgang noch den Anschluss herstellen zu können. Am Ende reichte es nur für Maximilian Rathke, der mit den Männern Poethke, Mai und Butschak erneut den Weg nach vorne antrat.

Weitere 15 Minuten später kam dann endlich das große Männerfeld, leider erneut in einer schnellen Abfahrt, auf welcher Kantenwind stand. So war zumindest für mich das Rennen gelaufen, denn als ich endlich den 13ner drauf hatte, ging ich, alleine im Wind kämpfend, ein. So entschloss ich mich am Ende der ersten Runde auszusteigen und den Zieleinlauf abzusichern, was sich am Ende auch als sinnvoll herausstellen sollte, denn die eigentlich eingeplante "Kamerafrau" ist an diesem Sonnabend nicht mehr aufgetaucht. Während ich mich warm einpackte und mich ein wenig mit unseren dänischen Gästen unterhielt, fuhren die oben genannten drei Männer mit Maximilian im Schlepptau in das führende Seniorenfeld. Doch lange wollten sie sich dort nicht aufhalten und so machten sie sich mit den drei stärksten Senioren bei der zweiten Überfahrt des Altenhofer Berges auf und davon. Dahinter kämpften die zersplitterten Ü40er darum, sich das vermutlich nähernde Männerfeld vom Hals zu halten. Später stellte sich jedoch heraus, dass dieses noch weit weg war und keine Gefahr mehr drohte. In einem engen Zielspurt der gemischten Männer-Senioren-Spitzengruppe setzte sich Männerfahrer Bernd Poethke (Cöpenick) vor Seniorenfahrer Carsten Lindström (Motor Eberswalde) durch. Es folgten mit eindeutigem Abstand die Männerstarter Andreas Mai (PSV Olympia Berlin) und Rainer Butschak (SV Dassow 24) und die beiden Senioren Michael Winselmann (Weltraumjogger Berlin) und Andreas Haertel (Motor Eberswalde). Somit standen mit Einlauf der ersten Gruppe beide Podien fest. Mit Platz eins (Carsten Lindström), drei (Andreas Haertel), sechs (Maximilian Rathke) und sieben (Torsten Strenge) boten die Eberswalder Senioren einen gelungenen Einstand in die Cup-Saison, während sich unsere Männer noch nicht so ganz einig schienen, ob sie nun ein Radrennen oder doch nur ein seichtes Training fahren wollten. Platz neun bis zwölf war die ernüchternde Tagesausbeute bei ihnen. Es bleibt noch die erst 17jährige Josephin Quade zu erwähnen, die sich in einer kleinen Gruppe durchkämpfte und sich über eine Medaille freuen konnte.

Fürs kommende Wochenende wünschen wir Nico gute Beine für seinen Doppeleinsatz in Schleswig-Holstein. Die anderen Sportler haben bis zum 04. April noch ein wenig Schonfrist und Zeit zum Trainieren, doch dann heißt es in Groß Dölln "Kette rechts und volle Attacke durch die Schwarz-Orangen". Wir sehen uns und kontrolliert ab und an eure Schalthebel :-), die Überraschung kam bei mir auch über Nacht.

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