Nachbericht vom Trainingslager auf Mallorca
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Die gesamte Erstwochengruppe beim Posen. Nur das mit
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Spät, aber nicht minder herzlich kommt hier doch noch ein kurzer Abstecher nach Mallorca, für all diejenigen, die nicht dabei sein konnten und für jene, die nicht mehr wegwollten. Also zurück in die Vergangenheit.
Am Sonntag, dem 22. Februar war es, als es mitten in der Nacht auf zum Flughafen nach Berlin Schönefeld gehen sollte. Während die Freienwalder und Angermünder ihre eigene Anfahrt planten, stiegen die Eberswalder zusammen in den Kleinbus von Torsten. Das Wetter meinte es "gut" mit uns und so standen wir um 3.30 Uhr in der Nacht plötzlich wieder im Hochschnee. Die Straßen waren über Nacht komplett eingeschneit und mit 30 km/h tuckerten wir auf der Autobahn hinter zwei nebeneinander fahrenden Schneepflügen her. Die Zeit lief und lief. Das Handy klingelte immer wieder, am anderen Ende Peter - schon lange mit Dan und Dirk am Flughafen stehend und auf uns und die Tickets wartend fragte er besorgt, wo wir bleiben. Auch Maximilian wurde von Minute zu Minute hippeliger. Dann endlich verschwanden die Schneepflüge und wir kamen eine knappe halbe Stunde vor Abflug am Flughafen an. Koffer und Räder raus aus dem Bus und ab zum Check-in-Schalter und weiter zum Flugzeug-Check-in. Geschafft. Nun saßen wir, inklusive Erik, der seinen Jungfernflug absolvierte, im Vogel, welcher uns in die Sonne bringen sollte.
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Schlacht am Orangenbuffet in Petra, dazu "uno chocolate caliente" |
Und so wie es sich für die Radsportinsel gehört, empfing uns eben diese am Flughafen in Palma. Dazu trafen wir noch auf unsere Mitstreiter Lutz, Burkhard, Friedhelm und zwei mal Wolfgang, welche uns eine Woche lang begleiten wollten und von Berlin Tegel aufgebrochen waren. Mit dem Bus ging es quer über die Insel bis nach Alcudia, wo wir unsere Zimmer im Hotel "Viva Tropic" bezogen - oder sagen wir lieber: "es versuchten". Einige wenige hatten das Glück und bekamen gleich einen Zimmerschlüssel, andere wurden Stunde um Stunde vertröstet. Die ersten hatten ihre Koffer bereits ausgepackt und die Fahrräder zusammengebaut, da saßen die anderen immer noch auf der sonnigen Hoteltterrasse und futterten "frustriert" spanische Süßwaren in sich rein, die sie mal schnell vom Supermarkt geholt hatten. Aber dann bekamen auch sie endlich ihre Codekarte fürs Zimmer... Die einen nun endlich zufrieden, kam das nächste Hindernis bezüglich der anstehenden Nachmittagswarmfahrrunde für die anderen auf. Die Miträder, die einige von uns vor Ort bestellt hatten, konnten entgegen vorheriger Absprache nicht abgeholt werden, denn der Laden war geschlossen. Auch die Mitstation in unserem Hotel wollte keine Räder für einen Tag rausgeben und so blieben einige etwas zerknirscht im Hotel zurück, während die anderen die ersten Kilometer im Renntempo zurücklegten. Hörner abstoßen hieß es und am Abend waren sich dann alle einig, dass natürlich immer nur die anderen das Geboltze initiiert haben und man selber ja nur mitgefahren ist, um nicht alleine dazustehen. Dieses Phänomen sollte sich in den nächsten zwei Wochen immer wieder einmal einstellen.
Am Montag hatten dann auch die "Faulenzer" vom ersten Tag endlich ihre Maschine und so ging es ab nun an zu elft manchmal plus eins ("Rucksack") über die Insel. Dabei waren wir, die eigentlichen Rennfahrer immer wieder glücklich darüber, das wir mit den Tegelankömmlingen einige "Hobby-Fahrer" dabei hatten, welche nicht immer auf den Puls geschaut und an die schlauen Bücher zur Saisonvorbereitung gedacht haben. So nahmen uns Wolfgang, Friedhelm, Lutz und Burkhard immer wieder aus dem Wind und waren uns in punkto Flachlandfahren ebenbürtig. Aber auch an den Bergen kämpften sie tapfer um jeden Meter und genossen mit uns nach anstrengender Kraxelei die schöne Aussicht. Während wir am "Cup Formentor" und nach "Valldemossa" bis zum Ende hochfahren "durften", hatte der Achtung-Überanstrengung-Schutzengel am "Puig Major" mit uns und vielen anderen Verrückten ein einsehen. Denn an der Tankstelle kurz hinter dem Kloster Lluc war Endstation. Ein Erdrutsch hatte die Straße auf den Puig bereits im Januar mit großen Geröll- und Steinmassen bedeckt. Erst Ende März wurde die Straße wieder freigegeben. Nach einer Woche, mehreren obligatorischen Besuchen "bei Petra" und gut 800 Kilometer in den Beinen ging es am Sonnabendabend auf ins Irish-Pup zum ersten Abschiedsabend, denn die "Hobbyfahrer", denen wir ab sofort das Prädikat "Radrennfahrer" verleihen, mussten zurück in die Arbeitswelt, zurück nach Deutschland.
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"Wegerkundung auf Malle" oder "Querfeldeineinlage bei Palma" |
Doch wir sollten nicht "alleine" bleiben. So bekamen wir in der zweiten Woche von Thomas, David, Susi und Caro aus Berlin Zuwachs. Die Ränkespielchen gingen von neuem los. Wer ist der stärkste Mann, wer kann am längsten draufdrücken. Aber bald war auch dieser Kampf ausgefochten und Normalität schlich sich wieder ein. Der geplante Ruhetag wurde von Morgen zu Morgen verschoben, denn man wollte ja nichts verpassen und das schlechte Wetter kommt bestimmt noch. Und dann kam es. Und was machten die Eberswalder? Richtig, sich anziehen und den Regenwolken trotzen, denn es könnte ja die nächsten Tage noch schlimmer kommen. Also rauf aufs Rad, raus auf die Straße. Während es sich die Berlin im Whirlpool gut gehen ließen, wurden wir pudelnass. Nach 70 km und Dauerdusche von oben ging es erst einmal ins heiße Wannenschaumbad und es wird immer noch gemunkelt, dass es da doch wohl jemanden gab, der sein gutes Zweirad gleich mitreingenommen hat. Die nächsten Tage zeigten sich wieder freundlicher und erste Mutige wagten schon den kurzen Renndress auszuführen. Die vielen Kilometer hinterließen so langsam ihre Spuren und die unterschiedliche Kondition machte sich mehr und mehr bemerkbar. Erste Anzeichen von Lagerkolla machten sich breit und so war es dann auch an der Zeit, nach zwei Wochen und 1700 Kilometer auf dem Rad, die Insel wieder zu verlassen und ins "echte Leben" zurückzukehren, auch wenn nun gerade das schöne Wetter noch schöner werden sollte und die lange Rennkleidung vollends ausgedient hatte.
Eine 135-Kilometerrunde, Kofferpacken, Fahrraddemontage, ein letzter Nachmittagskaffee am Strand, hektische Mitbringselkäufe und ein Abschiedsbier im Pup und ganz viel Café con Leche - das war unser letztes Tagesprogramm im Projekt "Motor Eberswalde auf Mallorca 2009". Mitgenommen haben wir viele schöne, aber auch anstrengende Kilometer, neue Radsportkumpels, dicke Beine, schöne Aussichten, ein paar Kilos mehr auf den Rippen, eine durch zehn Mann geteilte wild wachsende supersaure Orange und danach zur Belohnung ein Stück süßester mallorquinischer Orange - Friedhelm sei Dank, uneigennützig kletterte er in die Krone des einsamen Orangenbaumes, um uns von der süßen Verführung, die nur noch einmal am Baum hing, kosten zu lassen. Zwei insgesamt schöne Wochen, die mit Sicherheit eine Fortsetzung finden werden.
P.S. Ach ja, an unserem letzten Tag auf der Insel kam uns noch so ein frisch eingeflogener Schwarz-Oranger entgegen. Ein ganz Verrückter, hat in den zwei darauffolgenden Wochen bei herrlichem Sonnenschein 2200 Kilometer abgerissen und das trotz echter Ruhetage, auf welche ich tagein, tagaus gewartet habe. Der "Verrückte" heißt Uwe und hat in Groß Dölln (siehe Bericht oben) braungebrannt am Start gestanden ;-)
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