Vom Sonnenbad, Ausreißversuchen und zu frühem Zielsprint
|
|
|
Nicht selten war in Groß Dölln Schwarz-Orange an der
Spitze des |
Das erste große Rennen in der Region Berlin/Brandenburg stand am Sonnabend auf der Menükarte der Eberswalder Radrennsportler. Bei schönstem Wetter und sommerlichen Temperaturen drehten mehrere Hundert Sportler ihre Runden auf dem Flugplatz in Groß Dölln. Aus Eberswalder Sicht ging es zuerst für die Jedermänner auf die Strecke. Mit dabei Felix, Torsten und Christian W. (wir haben drei davon und um jede Verwirrung auszuschließen das W.) Fünf Runden a 6,7 km hatten sie zu absolvieren und das das nicht so leicht werden sollte mit dem Zählen, bewies uns Student Felix. Die Jedermänner wurden zum beiderseitigen Schock zusammen mit den Junioren gestartet, da diese nicht so zahlreich am Start standen, da in Cottbus gerade die internationale Juniorenrundfahrt mit sehr viel regionaler Sportlerbeteiligung stattfand. So konnten sich unsere Mannen also mit der teilweise haarsträubenden Fahrweise der "Junis" vertraut machen und ehe sie sich versahen und im Feld nach vorne strebten, waren auch schon zwei austrainierte Jedermänner auf und davon. Niemand wollte so richtig die Verantwortung übernehmen, um die zwei Ausreißer zurückzuholen und so bauten diese Runde für Runde ihren Vorsprung aus und im Feld gab man sich mit dem Kampf um den dritten Platz zufrieden. Nun schlug die Zeit von Felix, dachte er zumindest und das leider eine ganze Runde zu früh. Mit ganzer Kraft und Siegeswille stürzte er sich in die letzte Kurvenkombination vor dem Ziel, kettete noch einmal nach rechts, hob seinen A... und sprintete was das Zeug hielt - und ich muss sagen, es sah nicht einmal schlecht aus, wirklich nicht, nur war es eben eine ganze Runde zu früh. Seine Konkurrenten rollten hinter der Ziellinie an ihm vorbei und ehe er sein Missgeschick mitbekam, waren sie auch schon weg. Die Erde hätte sich spalten sollen, um ganz schnell abzutauchen. Machte sie aber leider nicht und so schlich Felix mit gesenktem Kopf zur Nummernrückgabe und konnte nur noch dem Treiben eine Runde später zuschauen. Torsten, dem Gekeile im Feld immer noch mit Respekt begegnend, rollte im hinteren Drittel über die Ziellinie und Christian kam einige Minuten nach dem Hauptfeld ins Ziel. Am Ende konnte aber alle drei wieder lachen und freuen sich schon auf die nächsten Jedermannrennen und bis dahin wird noch fleißig zählen geübt Felix.
|
|
|
Nico Lobjinski zeigte sich kämpferisch und gehörte
zur anfänglich |
Gegen 13.30 Uhr stürzten sich dann sowohl die Männer als auch die Senioren ins Renngeschehen. Ich, schon mit leichtem Sonnenstich und schweren Armen und Beinen unterwegs vom Fotografieren, hielt tapfer durch und gab am Streckenrand alles. Das heißt, ich versuchte anständige Fotos zu machen und gleichzeitig am und an ein aufmunterndes Wort zu finden, wobei letztere entgegen der Vorjahre kaum nötig waren. Die Männer der C-Klasse wurden mit einer Minute Vorsprung bedacht und vor den braungebrannten KT, A, B-Fahrern in das 100-Kilometerrennen geschickt. Unter den knapp hundert Startern auch die zwei Motor-Sportler Erik und Nico. Während es Erik erst einmal am Ende des Feldes langsam angehen ließ, verschlug es Nico gleich zu Beginn in eine sich aus dem C-Feld formierte Spitzengruppe. Gute drei Runden hielten sie sich vorne, bevor die entscheidende Gruppe, hauptsächlich aus KT und A-Fahrern bestehend, an ihnen vorbeirauschte. "Eine andere Liga" meint Erik später, "die drücken einfach 5 km/h mehr und du hängst schon in den Sielen, kannst nicht mal am Hinterrad mitgehen." Aber diesen Anspruch haben unsere Mannen zumindest zum jetzigen Saisonzeitpunkt sowieso (noch) nicht. Für sie hieß es Kilometer im Wettkampftempo sammeln und sich so gut wie möglich im großen Feld verkaufen und das taten sie auch. Während Nico zu einem späteren Zeitpunkt sich noch einmal aus dem Feld nach vorne heraus kämpfte, sprang Erik quer durchs Peleton. Mal ganz hinten, dann in der Mitte und ab und an ganz vorne - und fast immer ein Lächeln auf den Lippen. Das Trainingslager scheint doch angesetzt zu haben. Nach 15 Runden reichte es für beide zu einem guten Platz im Hauptfeld und man darf gespannt sein, wie sie sich bei den nächsten C-Rennen verkaufen werden.
Auch bei den Senioren musste ich nicht wirklich Durchhalteparolen schmettern. Vielmehr sah ich in diesem Jahr andauernd Schwarz-Orange-Renner an der Spitze des Feldes. Sieben Runden hatten die Männer im Alter von 40 bis 70 Jahren zu bewältigen und ein Ausreißversuch folgte dem nächsten. Doch das "anspruchsvolle" Höhenprofil und der fast einschlafende Wind waren nicht unbedingt die besten Vorraussetzungen für erfolgreiche Ausreißversuche. Sowohl Uwe als auch Carsten versuchten es mehrfach und Andreas und Maximilian bremsten hinten. Doch immer wieder fanden sich schlussendlich Fahrer, die die Löcher stopften und so kam es wie es in Groß Dölln im Seniorenfest fast immer kommt zum Massenspurt. Carsten, der in der letzten Kurve noch eine kleine Querfeldeineinlage geliefert hatte sprintete auf den 11. Platz und verpasste damit um einen Rang die Preisgelder. Andreas und Maximilian landeten auf dem 23. und 24. Platz während Uwe, der in der letzten Runde noch mit drei weiteren Fahrern ausgerissen war, nur noch erschöpft über die Ziellinie rollte. Ich sah ein starkes und engagiertes Rennen der Eberswalder Senioren, welches sich am Ende nicht ganz in den Ergebnissen widerspiegelte.
Ein schöner Renntag, mit Sonnenschein satt und gut gefüllter Speicherkarte ging zu Ende. Allen Rennern von Motor Eberswalde ein Dank für ihren sportlichen Einsatz und Carsten, viel Glück und gute Beine für deinen Einsatz am kommenden Wochenende in Dänemark. Wir drücken dir die Daumen.
Dein Kommentar:
* Bitte unbedingt ausfüllen - danke!