3. Barnim-Cup - Die Windkante als Scharfrichter
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Erste Überfahrt am Parsteinberg, noch sind die Männer
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Die Barnim-Cup-Rennserie ist in vollem Gange und die Eberswalder Senioren schlagen sich in diesem Jahr bravourös. Drei Rennen, drei Siege - das ist die bisherige Bilanz. Aber von vorne. Der 3. Cup wartete mit drei Überquerungen des Parsteinberges auf. Durch das Rennwochenende in Marlow war das Teilnehmerfeld nicht ganz so groß, wobei mit 31 Sportlern trotzdem noch erfreulich viele an der Startlinie standen und sie kamen zeitlich alle so zerstreut, dass ich mal wieder nicht zum Warmfahren kam. Also ging es kurz nach 10 Uhr mit kalten Muskeln auf die Runde oder sagen wie lieber in den "Berg". An fünfter Position einsortiert fuhr ich dann auch bis oben eine dicke Keule durch. "Wunderbar", dachte ich, das Ungeheuer ist das erste mal besiegt. Doch dann verließ mich oben auf freiem Feld mal wieder der Mut und ich begab mich an meine gewohnte Rennposition - d.h. letzter Mann im Peleton. Und genau an dieser Position strampelte ich um mein Leben. Die Windkante, die vorne höchstwahrscheinlich keine war, quälte mich, wie schon so oft - und dann war es passiert, auf dem Weg nach Lüdersdorf flog ich weg - natürlich nach hinten. Doch auch vorne nahmen sich die Senioren einige Kilometer weiter auf Kante auseinander, Grüppchen um Grüppchen bildeten sich. Etwas mutlos und enttäuscht fuhr ich vor mich hin und hatte mich schon damit abgefunden nach nur einer Runde auszusteigen, denn mit den Männern, diese Erfahrung hatte ich zumindest beim letzten Rennen gemacht, ist nicht gut und schon gar nicht lange Kirschenessen. Doch dann kam alles ganz anders, zumindest für fast zwei Runden. Von hinten schlossen mit Hennig (Strausberg) und Ihde (Eberswalde) zwei Männerfahrer zu mir auf, die ordentlich Dampf machten, aber es wohl nicht darauf anlegten, mich vom Hinterrad abzuschütteln. So ging es einige Kilometer mit mir im Schlepptau mit 40 km/h über die Landstraßen. Einige Zeit später schlossen von hinten noch einmal drei Männer und ein den Start verpasster Senior zu uns auf. Nun ging es auf in die zweite Runde, rauf auf den Hügel. Ich träumte vom Überleben, wagte aber nicht wirklich daran zu glauben. Doch es ging besser als gedacht und ich schleppte mich am Hinterrad der Männer hinüber. Im Verlauf der zweiten Runden sammelten wir Kilometer um Kilometer dem Seniorenfeld entfallene Grüppchen auf. So langsam mutierten wir wieder zur größten Gruppe im Rennen und die Einigkeit war dahin und die berüchtigte Windkante wieder da. Über den Parsteiner fuhr ich mit letztem Überlebenswille in einer der vorderen Positionen und er und die Männer ließen mich am Leben. "Super", dachte ich, "den Rest kriegst du jetzt auch noch hin." Durch Parstein durch, rüber nach Lüdersdorf, durch Lüdersdorf durch, den Stich zur Abfahrt nach Lunow - und immer noch am Feld und hinten am Horizont noch mehr versprengte Senioren, die die vor mir fahrende Maschinerie auch noch schlucken würde. "Ich hatte gewonnen", glaubte ich. Endlich mal wieder ein zumindest zufriedenstellendendes Rennen. Doch ich freute mich zu früh. Die Abfahrt nach Lunow brach mir und Rainer Falke das Genick. Wir platzten auf der Windkante ab und konnten das Loch nicht mehr schließen. Gemeinsam fuhren wir, mal wieder enttäuscht, dem Feld auf sichtweite hinterher. Auf den letzten drei Kilometern kam noch einmal ein wenig Verstärkung von hinten - und so fuhr ich im Schlepptau einiger abgesprengter Männerfahrer mit leichtem Rückstand zu meinen einstigen Wegbegleitern durchs Ziel.
Während die letzten Fahrer nach und nach eintrudelten war ich damit beschäftigt - nein nicht damit Wundenzulecken, dafür bleibt mir nach dem Rennen nie Zeit - sondern damit, die Platzierungen zusammenzutragen. Und "zusammenzutragen" war dieses mal wirklich das richtige Wort, denn auf unserem Zielfilm waren nur Hände, Füße, leere Straßen und einige kopfstehende Laufräder zu sehen. Mit etwas Lauf- und Fragearbeit und der freundlichen Unterstützung vom Strausberger Olaf Nagel, der auch noch eine Kamera aufgebaut hatte, fügte sich das Puzzle um die zu vergebenden Punkte nach und nach zusammen. Und so können wir nun verkünden, dass der Sieg in der Seniorenklasse an Carsten Lindström (Motor Eberswalde) ging. Mit einer Minute Vorsprung gewann er die gesamte Konkurrenz. Auf dem Treppchen standen weiterhin Torsten Riedel (Iduna Berlin) und Michael Winselmann (Weltraumjogger Berlin). Bei den Männern stürmte Philipp Hennig vor Robert Heidemann (beide Strausberg) und Andreas Ihde (Motor Eberswalde) die Ziellinie. Und so ging auch mein Lieblingscuprennen ohne einen Sieg von mir zuende, aber ich werde es wohl verschmerzen müssen.
Es sei noch kurz erwähnt, das unser Seniorenfahrer Carsten Lindstöm über Ostern in seiner Heimat in Dänemark war und bei einer mehrtägigen Rundfahrt gute Platzierungen einfuhr. Gratulation von deinen Vereinskameraden.
P.S. Achtung an alle Lizenzfahrer die bei Berlin-Bad Freienwalde-Berlin starten wollten: Das Rennen wurde offiziell abgesagt. Bitte gebt die Info weiter.
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