Montag, 04. Mai 2009

Erfolgreiches Rennwochenende mit guter Platzierungen in Neuenhagen und bei der LVM

Starterfeld beim Radrennen in Neuenhagen 2009

   Neuenhagen 2009 - Veranstalter BRC Semper 1925 wird mit
             bestem Wetter und großem Starterfeld belohnt

Ein Rennwochenende ganz nach dem Geschmack der Eberswalder. Schönstes Wetter, gute Laune und achtbare Ergebnisse in allen Klassen. Am Maierfeiertag, dem Tag der Arbeit, machten sich die Eberswalde auf zu einem Rundstreckenrennen nach Neuenhagen bei Berlin und machten dem Namenstag aller Ehren. Auf dem Arbeitsplan standen für die gemeinsam startenden Männer und Senioren 30 Runden á 2,4 km und somit ein Gesamtpensum von 72 km. Am Start standen etwa 60 Mann, darunter unser Männerfahrer Erik Süß, unsere Seniorenfahrer Carsten Lindström, Maximilian Rathke, Andreas Haertel und Uwe Rosenkranz sowie die beiden Jedermänner Torsten Strenge und Peter Fischer. Das Feld war gespickt mit sehr starken Männer- und Seniorenfahrer und so war es nicht verwunderlich, dass das Tacho selbst bei den angesetzten ersten drei Safetyrunde bereits über 40 km/h schnellte. Als das Rennen dann offiziell freigegeben wurde, folgten immer wieder starke Attacken, die jedoch alle nicht von Erfolg gekrönt waren. Zu gleichmäßig schienen die Interessen sowie die Kräfteverhältnisse im Feld verteilt. Doch nach und nach hinterließ die Länge des Rennens ihre Spuren und so fielen einige Fahrer aus dem Mutterfeld heraus. Ein Sturz, der zum Glück nur schwere Materialschäden hinterließ, beraubte einige Mitfavoriten um eine vordere Platzierung um ihre Chancen. Doch "The Show must go on" und so drehten sich die Räder weiter im Kreis.

Einige Stimmen gaben später zu Protokoll: "Das Rennen schien einfach nicht endet zu wollen. Beim Blick auf die Rundenanzeige habe ich echt manchmal geglaubt, die haben es verschlafen, die Tafel zu wechseln." Die Sonne stand hoch am Himmel und brannte erbarmungslos auf die Fahrer hinunter. Langgezogene Felder schossen im höchsten Tempo um die Kurven und die "Abfahrer" im Peleton versuchten immer wieder das immer noch sehr große Feld zu sprengen, um einem Massensprint aus dem Weg zu gehen. Doch alle Versuche den endschnellen Männern noch zu entkommen scheiterten und so schossen nach 72 km noch gut 35 erhitze und dem Sieg entgegenfiebernde Sportler dem Ziel entgegen. Die besten Beine hatte Seniorenfahrer Enrico Busch vom Radteam Borgsdorf, der für seine Sprintstärke über die Landesgrenzen hinaus "gefürchtet" wird. Mit seinen 49 Jahren sackte er sogar alle Männerfahrer ein. Für die Eberswalder sprangen zwei Plätze auf dem Treppchen und weitere vordere Ränge heraus. So errang Maximilian Rathke in der Seniorenklasse IV einen sehr guten zweiten Platz und Uwe Rosenkranz in der Klasse Senioren III den dritten Rang. Bei den Männern sprintete der eher klein und schmächtig wirkende Erik Süß auf einen ansprechenden 6 Platz. Unser Jedermannfahrer Peter Fischer bewies einmal mehr, dass er auch im Konzert der Lizenzfahrer mitspielen kann. Er hielt sich bis zum Ende des Rennens im Spitzenfeld und durchfuhr mit unseren Seniorenfahrern Andreas Haertel und Carsten Lindstöm zufrieden das Ziel. Etwas später rollte auch unser letzter Mann Torsten Strenge gesund und munter, wenn auch erschöpft über den erlösenden weißen Strich. Nach der Siegerehrung, einer kleinen Stärkung und der verbalen Rennauswertung aus verschiedenen Sichten, machten sich die Sportler auf den Heimweg, um am nächsten bzw. übernächsten Tag schon wieder im Sattel zu sitzen, denn stand doch am Sonnabend für die Jedermänner eine RTF über 151 km bei Berlin Buch an und für die Lizenzfahrer standen am Sonntag die Landesvereinsmeisterschaften auf dem Programm.

Landesmeisterschaften 2009 Frauen

   Siegerehrung Frauen LVM Brandenburg - Ich wurde vom Chef 
     "gezwungen", dieses Bild einzufügen (ich, leicht beschämt)

Und wie man auf dem Foto sieht, waren die Landesmeisterschaften für uns Eberswalder nicht erfolglos. Der Kampf um den Meistertitel fand in diesem Jahr in Schenkendöbern bei Guben statt. Eine Strecke die durch schmale Feldstraßen, viele Kurven und einen kurzen, aber heftigen Stich geprägt war, verlangte den Startern neben guten Beinen vor allem technisches Fahrgeschick ab. An Letzterem fehlte es mir, wie bekannt und selbstkritisch zu erwähnen, auch bei diesem Rennen. So krebste ich nach dem Start am Ende des Feldes herum und musste immer wieder den A... heben um entstehende Löcher durch abfallende Fahrerinnen und Kurven zu flicken. Die ersten Kilometer fühlten sich an wie ein Endspurt, die Geschwindigkeit fiel kaum unter 40 km/h, doch so langsam schien ich warm zu werden und der Vorsatz in der zweiten Runde ins Feld zu kriechen gefasst. Doch daran hinderte mich einige Kilometer später ein Sturz an der Schlüsselstelle der Rennstrecke. An einer Kurvenkombination mit dem bereits erwähnten anschließendem steilen Stich stürzten direkt vor mir mehrere Starterinnen und versperrten für kurze Zeit die Straße. Vorne ging natürlich die Post ab und wir dahinter kämpften einzeln um den Anschluss. Zwei, drei Fahrerinnen schafften noch den Sprung zurück ins Hauptfeld, ich war nicht darunter. Bis zur ersten Zieldurchfahrt nach 12,8 km und einem 40er Schnitt hatte ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch dann machten sich in meinem Kopf erste Gedanken an einen Ausstieg breit. Daran gehindert hat mich nur mein Chauffeur Maximilian Rathke am Streckenrand, der ohne meinen Start nicht den weiten Weg auf sich genommen hätte. Und so rang ich Runde um Runde mit meinem inneren Schweinehund und meinen schwerer werdenden Beinen. Mal alleine, mal zu zweit oder zu dritt. Beim Streben nach dem Ende des Rennens sammelte ich immer wieder Sportlerinnen ein, die bis auf eine alle nach hinten wegplatzten. Nach vier Runden und 52 km endlich der erlösende Zielstrich. 36,6 km/h stand auf meinem Tacho, für ein Zeitfahren denn ein Straßenrennen nicht ganz so schlecht, aber für mich nicht zufriedenstellend, desto überraschter war ich dann, als ich als Drittplatzierte zur Siegerehrung bei den Brandenburger Frauen aufgerufen wurde. Später bekam ich mit, dass ich diesen Platz meinem Kampf bis auf die Ziellinie zu verdanken hatte, denn kurz vor dieser, übersprintete ich noch die spätere Viertplazierte. Nach meinem Rennen schnappte ich mir die Kamera und begleitete meine Vereinskameraden mit dem dritten Auge.

Landesmeisterschaften 2009 Senioren

An sechster Stelle im Schwarz-Orangen Outfit Carsten Lindström

Während die Senioren immer noch die Beine hochlegen konnten, musste nun die Männer zeigen was sie können. Das das in Anbetracht der übermächtigen Konkurrenz von LKT und KED Bianchi für alle arbeitenden C-Fahrer schwer werden würde, wissen alle Radsportkenner. Doch nichtsdestotrotz stellten sich wieder viele Davids um den Goliaths vielleicht doch einmal in die Suppe zu spucken. Aus Eberswalder Sicht mit dabei Erik Süß und Nico Lobjinski. Ihr Rennen ging über neun Runden, d.h. gnadenlose 115 km. Es sollte nicht lange dauern, da die Mannen von LKT und KED Ernst machten. Bei einer der nächsten Zieldurchfahrten stand die Spitzengruppe und eine weitere Runde später saßen in einer Verfolgergruppe die übrigen U-23, die noch von einem Profivertrag träumen dürfen. Dahinter stand das große Hauptfeld und wer dort bis jetzt überlebt hatte, wusste was er geleistet hat, konnte nun aber, da die Spitze uneinholbar stand, aufatmen und dem Rest des Rennens etwas entspannter entgegensehen. Auch ich am Streckenrad atmete auf, denn haben doch unsere beiden Männerstarter das Anfangstreiben überlebt und fuhren nun Runde um Runde dem Ziel entgegen. Am Ende belegten Starter des LKT-Teams in der Brandenburger Landeswertung Platz eins bis zehn, nur Marcel Fischer vom Team Nutrixxion Sparkasse (einst als Jugendfahrer bei uns im Verein angefangen) durchbrach auf Platz 9 diesen "Triumph". Erik und Nico kamen mit dem Hauptfeld ein und ersprinteten sich in der Landeswertung den guten 13. und 14. Platz - ein durchaus ansprechendes Ergebnis.

Als letztes wurden die Senioren auf die Strecke "losgelassen" - und so kann man es wirklich bezeichnen. Im Feld Fahrer von 41 bis 70 Jahren und alle noch verdammt schnell auf dem Rad. Die Tücken der Strecke waren des einen Freud und des anderen Leid. So bildete sich gleich an der ersten Überfahrt des kleinen aber feinen Stiches eine Spitzengruppe, dessen Fahrer gewiefterweiser zumeist eine "kleine Abkürzung" über den Radweg nahmen und somit die enge 90-Grad-Kurve vorher nicht richtig ausfahren mussten und mehr Schwung in den Anstieg mitnahmen. Bei der ersten Zieldurchfahrt kämpften die sieben Ausreißer noch mit wenigen Sekunden vor dem langgezogenem Feld, bei der nächsten Zielpassage hatten sie bereits einen beruhigerenden, wenn auch noch nicht sicheren Vorsprung von einer Minute. Der Kreisel vorne funktionierte und das Seniorenfeld kam trotz aller Anstrengungen nicht mehr an die Spitze heran. So fuhren sowohl die Berliner als auch die Brandenburger, welche die Landesmeisterschaft gemeinsam veranstalteten, ihren Meister aus der Spitze aus. Die Eberswalder, in dieser kleinen Gruppe nicht vertreten, hielten sich wacker und erkämpften im Zielsprint des Hauptfeldes, welches mit knapp einer Minute Rückstand die Linie erreichte, mit Carsten den 7. und mit Andreas den 15. Platz. Maximilian, der wohl einmal mehr Alterspräsident im gesamten Feld war, fuhr das Rennen in einer Verfolgergruppe zuende und belegte bei den Senioren-IV-Fahrer, welche beschämenderweise nicht extra gewertet wurden, den dritten Platz. Das für unsere Verhältnisse doch erfolgreiche Rennwochenende nahm bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst sein Ende. Gestartet um 8 Uhr kamen ich und mein "Chauffeur" um selbige Zeit am Abend wieder zu Hause an.

Ach ja, der Felix Loepthien wollte es ja den "Großen" gleich tun und nahm am Freitag beim Jedermannrennen "Eschborn-Frankfurt City Loop" (was für ein bekl... Name) teil. Und was soll ich berichten, er wünschte sich zum ersten mal in seiner sportlichen Laufbahn ein drittes Kettenblatt. Die längste Strecke unter die Räder nehmend, musste er alle Anstiege durch den Taunus bewältigen, bevor er durchs heiß ersehnte Ziel fahren durfte. Am Ende sprang in seiner Altersklasse der 167 Platz von 500 Teilnehmern heraus. Insgesamt belegte er den 399 Rang von über 1700 Starter auf der langen Strecke. Doch gar nicht so schlecht Felix.

Als nächstes stehen am kommenden Wochenende Einsätze in Dänemark, bei der Harz-Rundfahrt und beim Barnim-Cup an. Wir wünschen allen Sportlern auf ihrem Terrain gutes Gelingen und maximalen Erfolg.

Vormerken sollten sich alle Zeitfahrer unter euch noch den 06.06.2009, denn da findet die Landesmeisterschaft in jener Disziplin in Forst statt. Meldeschluss nicht verpassen.

Kommentare:

(1) von: Dirk am: Dienstag, 05.05.2009 (Löschen)

Hallo aus Köln! Ich verfolge dank Michaela natürlich von hier eure guten Ergebnisse bei den Rennen.toll!!! Trainieren kann hier ganz gut, leider konnte ich hier keine Rennen fahren. Wir sehen uns dann im Juli. Bis dann vom Cologne Airport

(2) von: dirk am: Dienstag, 05.05.2009 (Löschen)

sorry...hinter kann ICH vergessen!!!schon deutsch verlernt:-)

(3) von: Andreas am: Mittwoch, 06.05.2009 (Löschen)

Ich finde das ok mit dem Foto, schließlich bist du nicht 3 te von dreien geworden, sondern es waren weit mehr Fahrerinnen da. Ein Bild für die Ewigkeit :)

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