Reinhard Scheer zieht alle Senioren im Sprint des 7. Barnim-Cups ab
|
|
Männerpodest: Marc Fischer, Fabian Pohl, Erik Süß (v.l.n.r.) |
Auf Grund von Straßensperrungen stand heute nicht wie geplant der Rundenwirbel über den selektierenden Falkenberg auf dem Programm, sondern die nicht minder anspruchsvolle Strecke über TGE-Lichterfelde-Altenhof-Britz-TGE. Drei Mal galt es die wellige Runde zu überstehen, um am Ende um den Sieg mitfahren zu können. Drei Mal hieß knapp 100 km Kampf und der Wind stand diesmal so "gut", dass dieser Kampf nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen den Wind ausgefochten werden musste. Denn dieser blies fast ausschließlich von vorne oder der Seite. Mit leichter Vorgabe gingen zuerst die drei anwesenden Frauen auf die Strecke, um sich einzurollen. Es folgte das Feld der Senioren, welches wiedereinmal stark besetzt war und fast ausschließlich aus Kämpfernaturen bestand. Schlussendlich, mit einem gebührenden Abstand von 5 Minuten, stürzten sich auch die Männer ins Renngeschehen. Während sich die drei Mädels vorne gegen den Wind stemmten, um sich vor den heraneilenden Senioren über den Altenhofer Berg zu retten, wurde bei diesen so aufs Tempo gedrückt, dass die ersten Sportler bereits nach 5 Kilometern den Anschluss verloren, aber später vom Männerfeld wieder aufgefangen wurden. Die drei Exotinnen, wenn man nach der Geschlechtsverteilung im Rennens geht, hatten es tatsächlich geschafft, sich mit ihrer Zeitvorgabe über den Berg zu schleppen ;-) und konnten nun im schützenden Seniorenfeld untertauchen. Wobei das mehr oder weniger gelang, denn die angeschlagene Geschwindigkeit war verdammt hoch und die Senioren schienen sich an diesem Sonnabend vorgenommen zu haben, die 100 km permanent am Anschlag unterwegs seien zu wollen. Die Zähne fletschend verbissen sich die Mädels, zumindest zwei der drei, an den Hinterrädern der Herren, denn die Dritte führte mal wieder einen erbitterten Kampf gegen die eigenen Kraftreserven und fuhr meist mit mindestens zwei Metern Abstand zum "Vordermannhinterradreifen" - was für eine schöne Wortschöpfung. Schlussendlich mussten alle drei nach quälenden Kilometern die Flügel das erste Mal streichen und fanden sich schnell wieder zusammen, um eine kleine, aber verdammt windige Abkürzung zu nehmen. Auf der eigentlichen Rennstrecke wieder angekommen, spürten sie auch als bald schon wieder den Atem der hastenden Senioren. Der Altenhofer Berg rief zum zweiten Mal und die Gnade der Ü40er war nicht sonderlich groß und so schossen sie mit schnellstem Tempo in den Anstieg hinein und zogen bis oben am Horn. Das Resultat war eine verlorengegangene Frau, die eigentliche Konkurrenz, die Senioren, haben alle überlebt. Pause zum Atmen gab es, wie schon geschrieben, an diesem Sonnabend nicht. Hier und da schnell ein Riegel oder besser noch ein Gel hintergeschoben, denn Letzteres muss man nicht einmal zerkauen, und weiter ging die Hatz.
Hinten bei den Männern haben sich bereits in der ersten Runden mit Fabian Pohl und Marc Fischer zwei Fahrer abgesetzt, welche das Ziel verfolgten, in die Seniorengruppe hineinzufahren. Diese Aufgabe stellte sich auf Grund der starken Besetzung und dem höllischem Tempo vorne diesmal als nicht lösbar dar und so spulten die beiden ihre Kilometer hinter dem Senioren- und vor dem Männerfeld ab. Ab und an sammelten sie einige abgefallene Ü40er auf, die sich dann im Windschatten der beiden versuchten und ab und an auch einige Kilometer überlebten, bevor sie später vom Männerfeld geschluckt wurden. Aus diesem hatte sich ein weiterer Fahrer auf den Weg nach vorne gemacht. Michael Gehrmann versuchte sich in Einzelzeitfahrmanier von der Konkurrenz zu lösen und zumindest den dritten Platz zu holen.
Während sich also die Männer hinten auseinandernahmen, gab bei den Senioren vorne keiner mehr klein bei. Alle überlebte auch die dritte Überfahrt des Altenhofer Berges und die Zeichen standen auf Sprint. Und so kam es dann auch, nach knapp 100 km bogen sie ins Gewerbegebiet ein. Noch drei Kreisel trennten sie vom Ziel. Hinter dem letzten Rundel stieg René Ristau in die Pedale und eröffnete den Spurt. Lange sah es nach einem Sieg von ihm aus, bis der 65jährige Senioren-IV-Fahrer Reinhard Scheer antrat und sicher an ihm vorbeizog. Am Ende hatte der amtierende Welt-, Europa- und Deutschemeister der Senioren vom FRC 90 mehr als eine ganze Radlänge Vorsprung und allen Senioren II und III ein Schnippchen geschlagen. Zweiter wurde der von vorn angreifende René Ristau (RC Kleinmachnow) vor Jürgen Thiele (Marzahner RC 94). Die Eberswalder Senioren Carsten Lindström, Uwe Rosenkranz und Andreas Haertel landeten diesmal geschlossen auf den Plätzen 4, 5 und 6.
|
|
Seniorenpodest: Rene Ristau, Reinhard Scheer, Jürgen Thiele (v.l.) |
Während die beiden Männerstarter Fabian Pohl und Marc Fischer für ihren Ausreißversuch belohnt wurden und durchkamen, wurde Michael Gehrmann etwa 6 km vor dem Ziel noch von Erik Süß und Florian Fahr gestellt und leicht distanziert. Der Kampf um den Sieg wurde mit leicht ungleichen Mitteln ausgefahren, denn der erst 16jährige Sportschüler Marc Fischer (FRC 90), musste mit einer Juniorenübersetzung gegen den A-Fahrer Fabian Pohl (Team Isaac Torgau) antreten. In einem sehenswerten Sprint unterlag der junge Schüler dabei nur knapp und konnte sich über den zweiten Platz freuen. Auch der dritte Podestplatz wurde aus in einem Zweiersprint entschieden, den der Eberswalder Erik Süß für sich entscheiden konnte. Auch die restlichen Männerfahrer kamen nur noch grüppchenweise ins Ziel, die Strecke hatte ihren Tribut gefordert.
Von den drei gestarteten Frauen stieg Dana Skowrnowski (Sturmvogel Potsdam) bereits nach zwei Runden vom Rad, während sich die Eberswalderin Michaela Barz bei der letzten Überfahrt des Altenhofer Berges entscheidend von der tapfer kämpfenden Marie Moselewski (RC Kleinmachnow) absetzen konnte. Immer am Limit fahrend, denn sie wusste ja nicht, wie weit die Verfolgerin weg war und ob sie nicht noch mit den Männern, die weiter hinten zu sehen waren, wieder Anschluss finden würde, kämpfte sich Michaela Barz Kilometer um Kilometer dem Ziel entgegen. Am Ende erreichte sie hinter dem Männerpärchen Süß und Fahr mit 10 Minuten Vorsprung vor ihrer Verfolgerin das Ziel.
Ein schönes Barnim-Cup-Rennen, mit etwas zu viel Wind, ging glücklicherweise erneut unfallfrei zu Ende. Wir hoffen, dass unserer ausgesprochenen BITTE um Beteiligung am Tartanbahnrennen am 04.07.2009 reichlich gefolgt wird und wir ein buntes Starterfeld stellen können.
P.S.: Torsten Riedel, es tut uns verdammt Leid, dass du die Streckenänderung nicht mitbekommen hast und in Falkenberg standest. Gibt beim nächsten Mal ein Stück Extra-Kuchen für dich, Punkte kann ich leider nicht für dich backen ;-)
Dein Kommentar:
* Bitte unbedingt ausfüllen - danke!