Freitag, 04. September 2009

UCI-Masters-WM in St. Johann - Beine so gut wie nie, jedoch Glück fehlte

Huber Hoehe - Masters WM 2009

 Die Huber Höhe - Seicht liegt sie in der Landschaft, aber auf dem
                    Rennrad ist sie giftig und schmerzhaft

Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle Maximilians Versuch, doch noch den ganz großen Triumph einzufahren. Auch wenn es schon wieder viele Trainingsstunden und einige Rennkilometer zurückliegt, soll hier noch mal auf seinen Traum vom Weltmeister-titel bei den Masters eingegangen werden. Was soll man sagen, es hat leider nicht gereicht, wie für gut 60 weitere Starter, die mit ihm in seiner Altersklasse um den Titel kämpften. Wie seit Jahren, fand auch dieses mal die WM der Senioren im österreichischem St. Johann statt. Alles, die ganze Saison war auf diesen Höhepunkt aufgebaut. Das Krafttraining im Winter in der Muckibude; das Trainingslager im Frühjahr; die vielen Trainingskilometer, die auch bei schlechtem Wetter und mancher Lustlosigkeit abgespult wurden; der oft harte Kampf beim Barnim-Cup gegen die "Jugend"; der Verzicht auf längere Urlaubsreisen; der entbehrungsreiche Speiseplan in den letzten Wochen vor der WM - kein Eis, kein Kuchen, kein Wein... - all das sollte der Erfüllung des großen Traums vom Weltmeistertitel und dem Überstreifen des schmucken Trikots dienen.

Zwei Wochen vor dem großen Tag ist der Eberswalder bereits angereist, um sich an das Klima und die Höhe von gut 700 Meter zu gewöhnen. "Die ersten Tage waren schrecklich", berichtet er später, "die Beine wollten gar nicht und jeder Hügel machte mir zu schaffen." Doch je mehr Tage vergingen, umso besser wurde die Form. Bei herrlichem Wetter ließ Maximilian die Seele baumeln und genoss die Sonnenstrahlen im schönem Freibad der Kleinstadt. Eine Woche war vergangen, als das erste Rennen anstand. Der Weltcup eine Altersklasse unter seiner, sollte die erste Feuertaufe sein und die Frage nach der eigenen Form entgültig beantworten. Etwas über 100 Starter aus der ganzen Welt standen an der Startlinie. Eine Runde Vollgas später stand das Fazit: "Die Form stimmt." Von den gut 100 Startern kamen knapp 50 auf der Zielgeraden an. Darunter auch der Waldstädter, der sich aus dem Endspurt raushielt und als 23. die Linie überfuhr. Nicht viele der älteren Klasse, die den Start bei den Jüngeren gewagt haben, kamen im ersten Feld an, was Maximilian zuversichtlich stimmte. Zwei Tage später dann der Start unter seinesgleichen, d.h. in seiner Altersklasse. 85 Sportler machten sich auf, die Huber Höhe zu überleben. Doch oben war der Traum für die meisten schon aus. Knapp 30 Mann überquerten noch mit Bindung den Berg, der Rest war bereits abgeschlagen. Dann machte sich, fast unbemerkt, aber zumindest vorerst unbeachtet, ein Franzose auf den Weg, das Rennen zu gewinnen. Als man den Ausreißer endlich ernst nahm, war es auch schon zu spät. Fast 1 1/2 Minuten fuhr er auf das Verfolgerfeld, in dem wahrlich nicht gebummelt wurde, heraus. So konnte das nochmals auf 20 Mann geschrumpfte Verfolgerfeld nur noch um die Plätze sprinten. Für den Eberswalder sprang dabei der 8. Platz heraus, was Platz 9. in der Endabrechnung hieß.

Zieleinlauf WM 2009

Einer der unzähligen Massenankünfte - hier Sprint um den 2. Platz
          Maximilian mitten im Feld eingebaut ohne Chancen

Mit der Generalprobe zufrieden, setzte er nun alles auf die WM am Sonnabend. Nudeln essen, Beine hochlegen, Stretching, Massage vom Profi und kein Fachgesimpel mehr mit den vielen Bekannten. Ausspannen eben. Die Nacht vor dem Start regnete es aus Kübeln. Es schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Doch pünktlich um 13.00 Uhr zum Start des ersten WM-Rennens schlossen sich die Himmelsschleusen und es war zumindest von oben trocken. Mit gut 60 Sportlern war das Feld etwas kleiner als zum Weltcup, aber nicht weniger hochkarätig. Der Startschuss fiel und es dauerte nicht lange, bis der französische Weltcupsieger wieder all seine Kraft in die Wagschale warf und am Einstieg zur Huber Höhe attackierte. Viele der Favoriten schauten sich ungläubig an und wollten oder konnten den Antritt nicht parieren. Oben auf dem Berg hatte er bereits eine gute halbe Minute Vorsprung zum zerfledderten Feld. Gut 20 Fahrer zählte die Verfolgergruppe, in der Maximilian als 8. die "Bergwertung" ohne sichtbare Probleme überquerte. Alle waren sich einig, diese Gruppe steht, die anderen kommen da nicht mehr hin. Doch wie es oft so ist, war die Gruppe zu groß, um sich wirklich einig zu sein. So fanden Fahrer um Fahrer wieder Anschluss, die an der Huber Höhe eigentlich schon hoffnungslos zurückgefallen waren. Der Franzose enteilte durch die Uneinigkeit im Feld immer mehr und der Titel war vergeben. 10 Kilometer vor dem Ziel entbrannte der Kampf um Platz 2. und 3. - ein stetes Gedränge im höchsten Tempo machte den Positions-kampf nicht einfacher. Ein Sturz in der letzten Kurve vor dem Ziel zerstörte so manchem seine Träume, denn nicht nur die Gestürzten, sondern auch die dahinter Fahrenden konnten nicht mehr in den Endspurt eingreifen, denn das notwendig gewordene leichte anbremsen, um nicht auch auf dem Knäuel zu landen, reichte natürlich aus, um mit der Entscheidung ganz vorne nichts mehr zu tun zu haben. Leider zählte auch Maximilian zu den Leid tragenden und Platz 14. war das Endergebnis für eine WM, bei der die Beine so gut wie nie zuvor waren, aber am Ende das nicht zu unterschätzende Quäntchen Glück fehlte.

Wir Eberswalder gratulieren trotzdem zum Ergebnis und sammeln schon mal das notwendige Glück für den nächsten Versuch im kommenden Jahr ;-)

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