Erste Gehversuche, viel Spaß und einige gute Ergebnisse beim Strausberger Radsportwochenende
|
|
Erste Gehversuche von Florian Ebert beim Rundstreckenrennen |
Teil I - Hochgeschwindigkeitsrundstreckenrennen
Die Saison neigt sich so langsam dem Ende entgegen. Die Beine wollen nicht
mehr so wie der Kopf und doch machten wir uns Eberswalder auf nach
Strausberg, zum traditionellen Radsport-wochenende. Und was soll man sagen,
wieder einmal wurden die Sportler und Gäste am Streckenrand mit
herrlichstem Spätsommer-wetter verwöhnt. Scheinbar haben die
Veranstalter mit dem Wettergott einen Mehrjahresvertrag mit ordentlich Rabatt
ausgehandelt, denn soviel Schwein kann man doch einfach nicht Jahr für
Jahr haben. Aber was soll's, wir genossen die warmen Sonnenstrahlen und
gönnen dem Ausrichter und natürlich uns selbst noch viele Jahre
sonnenverwöhntest "Rund um Strausberg".
Bereits am Sonnabend wagten sich mit Andreas H., Florian, Karl, Maximilian
und Torsten fünf unerschrockene Eberswalder auf den
"Hochgeschwindigkeitskurs" im Strausberger Gewerbegebiet. Der Erstgenannte
zeigte dabei besonders Courage und stellte sich wagemutig als
Senioren-II-Fahrer in das von KT-Fahrern dominierte Männerfeld,
während die anderen vier das nicht weniger hoch-karätig
aufgestellte Jedermannrennen bevorzugten. 30 Runden standen für die
Männerklasse auf dem Plan und immer wieder schallte die Glocke zur
Wertungsrunde. Andreas überlebte etwa die ersten 15 Runden immer
knapp am Koma vorbeischrammend im fliegenden Feld, bis er sich entschloss
einfach mal eine Runde die Beine hoch zu nehmen und doch besser
einmal Luft zu holen. Dann, wieder vom Feld geschluckt, biss er sich
wacker bis zum letzten, erlösenden Gong durch und konnte sich der
Anerkennung seiner Teamkollegen sicher sein, denn ein Stundenmittel von 47
km/h, die Spitze fuhr 49 km/h, ist mehr als beachtlich. Nicht viel langsamer
waren die sogenannten Jedermänner unterwegs, nur die Distanz zum Ziel
war um die Hälfte geschrumpft. Torsten - angetreten um zu Siegen ;-) -
musste seine Ambitionen schnell auf das nächste Jahr vertagen, doch dem
Spaß am Rennen tat diese Einsicht keinen Abbruch. Dem horrenden
Anfangstempo musste aber nicht nur er Tribut zollen und so bildete sich
relativ schnell eine Verfolgergruppe in der auch die anderen Schwarz-Orangen
kurbelten. Florian, Neuling im Radrennsportzirkus, wurde von Runde zu
Runde furchtloser und stürzte sich bald fast wie ein alter Hase um die
Kurven. Die Nase immer wieder in den Wind steckte Karl und bewies, dass
er ordentlich Druck hat. Am Ende schluckten die Eberswalder eine Runde, was
für sie - als tatsächliche Jedermänner - eine gute Bilanz
ist, denn nicht nur die Dominatoren der Jedermannszene vom Ferox
BikeKult-Team, welche eigentlich gutes B- wenn nicht sogar A-Fahrer-Niveau
haben, standen geschlossen am Start, sondern auch einige der Besten
Seniorenfahrer Berlin-Brandenburgs. Aber auch wir Eberswalder konnten uns
einen Sieg an diesem Tag anschreiben: Wir haben den ältesten Renner
auf die Strecke geschickt und er hat sich mit einem knappen 44er Schnitt
wahrhaft wacker gehalten. In diesem Sinne, Maximilian, dieser Erfolg ist
deiner.
Teil II - Straßenrennen
Am Sonntag standen neben
den oben genannten Akteuren noch Bernd, Andreas I., Michael, Dirk,
Erik und Michaela am Start, womit wir mit 11 Mann in verschiedenen
Rennklassen vertreten waren. Zuerst hieß es für unsere
Lizenzfahrer Feuer frei. Zum ersten Mal wurde in Strausberg in diesem Jahr
ein eigenständigen C-Rennen ausgerichtet, was von den Männern in
der nahen und weiteren Umgebung dankend angenommen wurde, denn hieß es
heuer einmal nicht Bartko und Co. hinterherzuhecheln sondern mit eigenen
Chancen um Sieg und Platzierung kämpfen zu können.
|
|
Start des Männer-C-Feldes - im Vordergrund Dirk Schröder |
Für Eberswalde in den Kampf eingreifen wollten Erik und der fast schon verschollen geglaubte Dirk ;-) der nach fast einjähriger Rennabstinenz nicht die besten Voraussetzungen mitgebracht hatte. Vier Runden á 27 km mussten gemeistert werden, um am Schluss in den Endkampf eingreifen zu können. Mehrmalige Attacken und zwischenzeitliche Fluchtgruppen machten das Rennen schnell. Doch das etwa 100-mannstarke Feld war sich trotz mehrerer bremsenden Teamkollegen einig und holte alle "Flüchtlinge" zurück, so dass es nach 108 km zum finalen Massenspurt kam. Und siehe da, der Dirk hat es nicht verlernt und hat sich auf seine alte Stärke - den Sprint - besonnen. Trotz hohem Trainingsrückstand verbiss er sich im Feld und holte am Ende einen unter diesen Umständen beachtlichen 13. Platz heraus. Gratulation von uns. Gratulieren wollen wir an dieser Stelle auch dem Maximilian, der mit Andreas H. im Seniorenrennen Flagge zeigte. Zwei Runden musste er sich mit den "Jungspunden" knüppeln, bis es zwei Kilometer vor der letzten Durchfahrt der Senioren dann endlich hieß, Schleusen öffnen für die Klasse 60+. Leider waren die Körner bis dahin schon vollends verbraucht, so dass selbst die freundlichen Gesten von Sportfreund Michael Winselmann und Enrico Busch nichts mehr halfen und Maximilian, von Krämpfen im Unterschenkel geplagt, nur noch über die Ziellinie rollen konnte. Der 7. Platz war der Lohn für die Mühen oder besser gesagt für die Schmerzen. Andreas H. kam eine Runde später wohlbehalten im Seniorenfeld ein und schaute sich den Spurt, den übrigens o.g. Enrico Busch gewann, sicher von hinten an.
Am frühen Nachmittag, die Sonne stand hoch am Himmel und die Temperaturen kletterten auf mehr als 22°C im Schatten, machte sich die Jedermannfraktion für ihren großen Auftritt bereit. Umziehen, Luft pumpen, Beine einreiben, Banane verschlingen, Wasserhaushalt auffüllen und dann auf, den Startplatz sichern. Tatsächlich in der ersten Reihe stehend, hält die Freude darüber nicht lange an, denn immer mehr Fahrer stellen sich einfach vorne an und schon hat die Masse einen wieder verschluckt. Der Start zum langen Rennen geht wieder einmal unsäglich schnell und bevor man einen klaren Gedanken fassen kann ist das Feld schon wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Erste Löcher gehen auf und rasch hat man Gewissheit, in welcher Gruppe man sitzt. Unabänderlich gefangen für den Rest des Rennens, nur der Weg nach hinten ist offen. Und so arrangieren sich Michaela und Michael mit ihrem Schicksal im zweiten Feld festzusitzen und bekommen nach einer Runde noch Zuwachs von vorne, denn Torsten konnte dem angeschlagenem Tempo in der Spitze nicht mehr folgen und musste die Sieggruppe ziehen lassen. Mit Andreas I. und Florian waren aber noch zwei Eberswalder vorne vertreten, wobei es für Florian als großer Erfolg zu verbuchen ist, dass er bei einem 43er Schnitt als Frischling in der ersten Gruppe überlebt hat. Andreas I. erkämpfte sich einen guten 10. Platz in der Altersklassenwertung "unter 40 Jahre" und den 15. Gesamtrang von über 180 Startern. Glückwunsch. Knapp vier Minuten später rüstete das zweite große Feld zum Endspurt. Michaela, eigentlich auf Torsten wartend, denn hatte er doch gesagt, er schlägt im Endspurt die Bresche für sie, musste sich alleine durchs Getümmel wühlen, denn auch dem Hünen Torsten plagten am Ende Krämpfe. Ob es der erste oder zweite Platz in der Frauenwertung für Michaela war, wissen wir nicht, denn in der Endabrechnung fehlt sie komplett.
|
|
Bernd und Karl warten auf dem Start zur kurzen Jedermannrunde |
Einige Minuten nach der 2-Runden-Jedermannklasse gestartet, dafür aber früher im Ziel waren Bernd und Karl, die sich für die 27-km-Strecke entschieden haben. D.h. eine Runde Vollgas und Hände weg von der Bremse. Bernd betätigte diese wohl doch zwei, drei mal zu viel und musste reißen lassen, fand aber bald weitere Sportsmänner, mit denen er die Runde in einem sportlichem Tempo abspulte. Vorne steckte der Karl die Nase mehrmals in den Wind und versuchte eine Fluchtgruppe zu organisieren. Doch scheinbar hatte keiner der Renngefährten daran Interesse und so ließ sich auch Karl nach einigen Kilometern wieder ins Feld zurückfallen, denn um alleine davonzuziehen, reichten auch die Körner bei ihm nicht. Am Ende wurde zum Spurt gerüstet, in dem Karl nicht den richtigen Tritt fand, da er in der letzten Kurve noch ausgebremst wurde.
Am Ende waren aber alle Eberswalde gesund und munter im Ziel angekommen und das ist doch letztendlich das Wichtigste. Und so feierten wir noch bei Cola, Schorle und Radler das gelungene Rennwochenende in Strausberg und schmiedeten schon die Taktik für das Rennen am kommenden Sonnabend in Neuenhagen bei Berlin. Also bis dahin, erholt euch gut, um mit voller Kraft angreifen zu können. Und denkt daran, dass es am Sonntag vom Training aus zu Karl geht, wo der alljährliche "Grillstopp" eingelegt wird. Kommt also zahlreich und drückt die Daumen, dass das Wetter mitspielt.
P.S. Felix, wir haben dich in Strausberg vermisst. Liebe Grüße von uns alle nach Kalifornien. Wir zählen im nächsten Jahr wieder auf dich.
Dein Kommentar:
* Bitte unbedingt ausfüllen - danke!
Kommentare:
(1) von: Torsten am: Freitag, 02.10.2009 (Löschen)
Also Michaela ich habe die Sache mal Wissenschaftlich anhand meiner Platzierung im Verhältniss zu meiner und Deiner Position im Feld betrachtet und ich komme zu 99,9999 % zum Ergebniss das Du den zweiten Platz bei den Frauen belagt haben must. So mehr fällt mir nicht mehr ein :-) Gruß Torsten